Mach das Beste draus...

von Julia Luck

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Zugegeben, es ist nicht immer leicht! Diese Saison startete für mich etwas mehr als holperig! Die freudige Botschaft für die Aufnahme ins Gran Fondo Team Alpecin erreichte mich mitten in meiner zweiten schweren Erkältung Anfang des Jahres, wo ich zudem noch dabei war mich von meiner Meniskus-Operation zu erholen. Als dann alles soweit auskuriert war (bei mir dauert das irgendwie immer länger) hatte ich noch 2 Wochen Zeit mich etwas in Form zu bringen, bevor es schon nach Bielefeld ging, um die anderen Teammitglieder und Betreuer kennen zu lernen, Fahrrad, Teamkleidung und Shampooproben ;-) entgegen zu nehmen UND einen Leistungstest zu absolvieren!! Ich fühlte mich mehr als schlecht vorbereitet, aber wann ist man schon fit für so einen Test? Es lief dann auch ganz gut und die Auswertung sollte unserem Coach Flo Grundlage für die anstehenden Trainingsmonate liefern.
Direkt nach Bielefeld ging es für mich 10 Tage mit Freunden nach Kroatien, zum Radfahren natürlich. Endlich Sonne, Wärme und schöne lange Touren in hügeligem und oft windigem Terrain, perfektes Grundlagentraining. Nach nur einer Nacht zuhause reiste ich danach sofort weiter nach Kaltern, wo das Trainingslager mit dem Team statt fand. Und endlich auch Berge vor der Tür standen! Wir hatten eine super Woche mit vielen interessanten Vorträgen, Workshops, Techniktraining und natürlich herrlichen Radtouren! Aber es war auch anstrengend und nach nun 3 Wochen Training am Stück gab mein Immunsystem zum 3. Mal auf und die nächste dicke Erkältung stand mir bevor. Wie immer, wenn man gerade denkt: jetzt geht es los, die Form steigt!
Also Augen zu und durch…was sonst schon schwer für mich ist (im Bett liegen während andere trainieren können), ist noch schwerer, wenn ich einen Trainingsplan bekomme, den ich erfüllen möchte…oder tagtäglich sehe wie die anderen Teammitglieder ihre Touren bei Strava hoch laden, Fotos von dem roten Renner in der Sonne bei Facebook posten oder, oder, oder.
Aber auch das geht vorbei…und nach zwei Wochen Krankheit fing ich vorsichtig wieder an, zu trainieren. Um nach weiteren 2 Wochen erneut krank zu werden! WHAT THE HELL!!!??? So etwas habe ich bisher auch noch nicht erlebt. 4 Erkältungen bis April???!!! Rekord!! Und dann kommen die gut gemeinten Ratschläge: „Du musst dich mehr schonen“, „Du machst zu viel“, „Du hast zu früh wieder angefangen“,… ist ja sicher auch immer etwas dran und ausruhen bezieht sich bei mir auch nur auf die sportlichen Aktivitäten. Als Selbstständige muss ich natürlich trotzdem arbeiten, was einer schnellen Genesung sicher nicht zuträglich ist. Diesmal bin ich dann aber auch zum Arzt gegangen, um ein Blutbild machen zu lassen. Da kann ja was nicht stimmen dachte ich…aber Fehlanzeige! Super Blutwerte, keine Hinweise auf irgendwelche Mängel, Entzündungen oder sonstiges. Also wieder abwarten und nur Tee trinken. Und die Zeit bis zum ersten Event (Mecklenburger Seenkunde über 300 km) wurde immer kürzer. Diesmal war die Erkältung zum Glück nach einer Woche schon weg und der erneute langsame Trainingseinstieg begann.

Seit 2 Wochen geht es nun langsam bergauf, allerdings immer mit dem leichten Gefühl nicht ganz fit zu sein, nicht ganz das rausholen zu können, was ich von mir gewohnt bin und auch viel mehr Zeit zum Regenerieren zu benötigen. Mit einer maximalen Trainingsdistanz von 160 Kilometer am Stück (im März in Kroatien absolviert) fehlen mir zudem gefühlt etliche lange Touren, weshalb ich dann kurzfristig die Entscheidung traf, nicht in Mecklenburg zu starten. Ich hatte eher das Gefühl so eine lange Strecke würde meinen Körper, der immer noch in der „Aufbauphase“ ist, zu sehr schwächen und ggf. wieder zurück werfen, anstatt einen guten Fortschritt damit zu erzielen.

Das Wetter ist „leider“ optimal gewesen an diesem Wochenende…also hab ich mich auf meine Lieblingstour zum Stand gewagt und bin mit einem Freund nach Scharbeutz geradelt. Kaffee und Kuchen am Strand, dann zurück nach Hause und mit gut 200 Kilometer immerhin Zweidrittel der eigentlich geplanten Seenkunde geschafft! ….noch 100 Kilometer mehr wären aber eine ziemliche Qual gewesen… Ich war auch so schon bedient!! Aber: das beste draus gemacht :-)