Mit dem Rad zum Grand Départ oder doch eine Tour durchs Sauerland?

von Philipp Hünting

… diese Frage stellte sich mir in der Woche vor dem Start der Tour de France in Düsseldorf.

Im Trainingsplan stand allerdings ein welliges Ausdauertraining über 5 Stunden. Bei dieser Einheit werden flache Streckenabschnitte im Grundlagenausdauerbereich (GA) 1 und Anstiege im GA2 gefahren. Da unser Saisonziel der Ötztaler Radmarathon ist, bevorzugte ich dann doch eine Hügel-Runde durchs heimische Sauerland. Auf meiner „To-Do-Liste“ stand seit längerem die Strecke des Radmarathons Sauerland Extreme. Leider fand die Veranstaltung im vergangenenJahr nicht statt und auch in 2017 wird es den beliebten Marathon nicht geben. Also lud ich die Navigationsdaten der Strecke auf den Radcomputer und startete alleine in ein „Wellen-Training“ am Freitag vor der Tour.

Der GPS-Track beginnt in Dortmund und führt zunächst relativ flach bis in den Kreis Soest. Dieses Stück sparte ich mir und ging ab Ense-Höingen auf die Strecke. Den Möhnesee hinter mir gelassen, folgten dann die ersten Höhenmeter - aus dem Möhnetal über Hirschberg, bis auf den Stimmstamm bei Meschede. Oben angekommen erwartete mich ein kräftiger Regenschauer, der die ersten „Umkehr-Gedanken“ aufkommen ließ, aber irgendwie fährt man ja dann doch weiter. Da der Wind ordentlich blies, war die Straße nach einer guten Stunde wieder recht trocken und ich froh, dass ich weitergefahren bin. Auf, ab, rechts und links landete ich irgendwann in Elekringhausen (ein kleines Nest vor Winterberg). Die Trinkflaschen waren schon viel zu lange leer, also musste dringend aufgetankt werden. Kurz drauf durchquerte ich den eigentlichen Wendepunkte des Marathons - Winterberg. Hier sparte ich mir die Pause und drehte dafür eine Extra-Schleife auf den Kahlen Asten (dritthöchster Berg im Rothaargebirge mit 842 m).

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Foto 1 - Kahler Asten Winterberg

Es folgte eine, wegen starkem Gegenwind, gedrosselte Abfahrt in Richtung Schmallenberg. Ab Bad Fredeburg ging es immer wieder kurze und knackige Anstiege hinauf. Der Himmel sah oftmals bedrohlich aus, es blieb aber weitestgehend trocken. In Wenholthausen bei Grevenstein legte ich den zweiten und auch letzten Stop ein - ein kurzer Smalltalk mit einem radsportbegeisterten Einwohner motivierte für die letzten 60 Kilometer über Endorf, Sorpesee, Eisborn und Wickede. Die „Wand von Eisborn“ war das letzte Highlight mit ca. 15 Prozent Steigung.

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Foto 2 - Regenwolken Panorama

Für mich ist das Training mit Leistungsmesser neu und ich möchte schon jetzt nicht mehr drauf verzichten. Bei Touren wie dieser kann man super danach fahren, ohne ständig unkontrolliert zu überziehen.

Da ich oft danach gefragt werde, was ich bei solchen Einheiten esse und trinke: 7 x 0,5 Liter aus Trinkflasche, 1 x Energiedrink, 4 x kohlenhydratreiche Riegel, 3 x Energiegel und 1 x Ponybrötchen (Bifi Roll XXL, mein Favorit bei langen Einheiten).

Hier noch Daten zum Training und die genaue Strecke:

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Foto 3 - Trainingsdaten

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Foto 4 - Strecke

Zum Grand Départ nach Düsseldorf ging es natürlich trotzdem, aber mit dem Auto. ;-)