Vattenfall Cyclassics 2015

Mit Profis eine Runde drehen und dann selbst noch Rennen fahren - das erlebte Team Alpecin-Hobbysportlerin Martina Weber bei den Cyclassics in Hamburg.

Das aufregende Wochenende in Hamburg startete bereits mit vielen tollen Eindrücken am Samstagmittag. So pedalierten Rebecca, Anja und ich zusammen mit Ex-Profi Mario Kummer, der uns bereits erfolgreich über die Alpen geführt hatte, von unserer Unterkunft in Richtung Team Hotel, wo die Profis von Giant-Alpecin untergebracht waren. Dort angekommen, empfingen wir kurze Zeit später einige der Profis, wie Marcel Kittel und Roy Curvers, die gerade von einer Ausfahrt zurückkamen. Während Marcel seine Schuhplatten wechselte - ja, auch Profis legen mal selbst Hand an - unterhielten wir uns mit Roy, der uns sehr interessiert über unsere Erlebnisse im Team Alpecin ausquetschte, so als ob man selbst der Profi wäre.

Als Highlight, drehten wir noch eine entspannte Runde mit einigen der Profis.

Hier war Simon Geschke, der Gewinner der 17. Tour de France Etappe mit dabei. Natürlich war dieser Sieg ebenfalls Gesprächsthema, als ich in Zweierreihe neben Simon fuhr. Man merkte, dass er immer noch sehr überwältigt war. Als er schilderte, was für ein unglaubliches Gefühl das für ihn war, als sein Kindheitstraum, bei einer Tour de France Etappe als erster die Ziellinie zu überfahren, in Erfüllung ging, bekam ich Gänsehaut. Nach dieser sehr emotionalen Genusstour und motiviert von den Profis waren wir schon sehr gespannt und heiß auf das Rennen, das uns am nächsten Tag bevorstand.

Bei herrlichstem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und leichtem Wind rollten wir Sonntagmorgen entspannt von unserem Hotel in Richtung Startblock. Dort angekommen machte sich die letzten Minuten vor dem Start etwas Aufregung bei uns breit. Gegen halb neun starteten wir hinter dem ersten Feld, in dem sich die schnellsten Jedermänner befanden. Da wir ein relativ kleines Feld waren, das sich schon bald zerteilte, gab uns Mario Windschatten. Mit einem schnellen aber noch gut zu fahrenden Tempo erreichten wir einige Kilometer später die Rampe der Köhlbrandbrücke. Mario nahm hier etwas Tempo raus, sodass wir den Anschluss an ihn nicht verloren. Oben auf der Brücke angekommen, genoss ich gerade die tolle Aussicht über den Hamburger Hafen, da wurden wir schon von dem nächsten Starterfeld mit mehreren hundert Fahrern eingeholt. Um vom Windschatten zu profitieren gliederte ich mich schnell in das riesige Feld ein, wobei ich allerdings die beiden anderen Mädels und Mario hinter mir verlor. Nun begann für mich zunächst ein sehr hektischer und wenig angenehmer Rennabschnitt. Immer wieder kam es zu plötzlichen, sehr brenzligen Bremsmanövern vor Kurven, gefolgt von schnellen Sprints aus den Kurven heraus. Fließendes Fahren war nur begrenzt möglich. Schreiende Fahrer, die an sehr ungünstigen Stellen das große Feld an den Seiten überholten, sorgten für noch mehr Unruhe. Um sicher und sturzfrei durch das Rennen zu kommen, entschloss ich mich, mich etwas zurückfallen zu lassen, bis ich mich in einer etwas kleineren Gruppe mit rund 50 Fahrern befand. Nachdem der größte Anstieg bewältigt war und sich das Fahrerfeld sortiert und beruhigt hatte, konnte ich endlich die Fahrt rund um Hamburg und die Zuschauer, die einem mit tosendem Applaus in jedem Ort anfeuerten, genießen. Nach den ersten sehr schnellen und hektischen 25 Kilometern, wurden dann doch noch sehr gut zu fahrende 106 Kilometer. Die tolle Kulisse mit tausenden von Zuschauern motivierte mich auf den letzten Kilometern in Richtung Hamburger Innenstadt nochmal richtig in die Pedale zu treten, sodass ich zeitgleich mit einer anderen Fahrerin als erste aus unserem Startblock die Ziellinie überfuhr. Dort empfing ich dann auch einige Minuten später meine Teamkolleginnen, die ebenfalls gesund und mit strahlendem Lächeln im Ziel ankamen.